Texte

Warum ich kein Maler bin – kurze Anmerkung (nur) zum formalen Aspekt in meiner bildenden Kunst

„Ich bin Druckgrafiker aus Passion!


Die Druckgrafik betrachte ich nicht als „schmückendes" Beiwerk, als Erweiterung des Repertoires wie bei einem Maler oder Bildhauer, nein, für mich ist das künstlerische Drucken Hauptweg, Laboratorium und großes Experimentierfeld. Der Reiz der Alchemie der „Schwarzen Kunst", das jeder Drucktechnik eigene Prozedere, die unterschiedlichen und unverwechselbaren Charakteristika aller druckgrafischen Disziplinen, sei es die Radierung in all ihren Facetten, sei es der Holz- und Linolschnitt, die Lithographie, der Siebdruck oder der sehr aufwendige und heute leider schon fast in Vergessenheit geratene Lichtdruck; sie alle ziehen mich in ihren Bann und überall dort herrscht für mich Neugier, Faszination, Kunstwollen und nicht zuletzt Tatendrang."

Von mir über mich




„Auf die künstlerische Arbeit von Patrick Fauck einzugehen, heißt einem Einzelgänger auf die Spur zu kommen. (...) Patrick Fauck ist als Künstler ein Gratwanderer und Suchender.
Seine Suche nach den Materialien und Versatzstücken, wie auch ihre Anwendung beim Erstellen der Druckplatten, betreibt er mit nahezu besessener Energie. (...)
Das Wechselspiel und die Durchdringung zwischen Chaos und Ordnung, das seit jeher die Philosophie, als auch die bildende Kunst in Spannung hält, wird in der Bildwelt von Patrick Fauck zum Credo.“

Hubert Gems (Katalogtext anläßlich der Ausstellung „Patrick Fauck – Druckgraphiken“ in der Büchergilde Gutenberg in Mannheim, 1996.)


”Talent und viel Übung, sowie einen enormen Hunger und Neugierde auf das Leben, zeichnen die Arbeitsweise dieses Künstlers aus. Das Erkennen der Dinge in der Welt, das hinter die Fassade blicken, daraus generiert er seine Ideen. (…) Ein unerschöpflicher Fundus an Ideen und Spiritualität ist diesem Mann zu eigen. Die Motive sind oft Dichtung ohne Worte, ja bisweilen erzählerisch, (...). Diese Arbeiten fallen nicht durch wuchtige Inszenierungsrituale auf, sie kommen auf den ersten Blick eher zurückhaltend streng, auf mehreren Bedeutungsebenen balancierend daher. Eine gewisse Ironie lässt sich manchmal nicht verhehlen. (…) Zu guter Letzt ein Zitat von Virginia Wolf, welches auf diesen Künstler nach meiner Einschätzung sehr genau passt: „Ein Intellektueller ist jemand, dessen Intelligenz wie ein Vollblutpferd ist und der beim Nachdenken über eine Idee beharrlich und querfeldein galoppiert auf der Jagd nach, na ja ..., irgendwie und irgendetwas.““

Volker Hauer (Vorstandsmitglied der Werkstatt Plettenberg; Kreis zur Förderung der bildenden Kunst e. V., 2008.)


„Patrick Faucks Grafiken sind nicht unverkennbar. Und gerade das zeichnet sie aus. Jede Druckgrafik steht für sich, ist in sich abgeschlossen. Möchte man eine gemeinsame Linie ziehen, ist es die der Mehrdeutigkeit – der Bildinhalte, der Bildtitel. Wie wir sehen steckt viel mehr in einem „Strichmännchen“ als unser Alltagsgebrauch des Wortes vermuten lässt. Patrick Faucks Arbeiten sind gegenständlich und zumeist figürlich, sie erzählen kleine Geschichten und manchmal auch die großen, die vom Leben. Dabei vermag er es zudem, den Betrachter mit seiner Kunst zum Lachen zu bringen. Seine Arbeiten sind wortwitzig – ein lustvolles Spiel mit den Wörtern, in dem sich ab und zu auch das Makabre zeigt. Die Nicht-Unverkennbarkeit zieht sich nicht nur inhaltlich durch sein Werk, sondern ebenso in der technischen Umsetzung. Patrick Fauck ist auf nahezu allen Gebieten der künstlerischen Drucktechnik zu Hause – Holz- und Linolschnitt, Radierung, Siebdruck, Material- und Klischeedruck, Lithographie und Lichtdruck. Diese verbindet er am liebsten in Kombinationsdrucken, was seine Leidenschaft fürs Experimentieren innerhalb der unterschiedlichen Druckverfahren demonstriert. Das Material, das er für seine Drucke verwendet, ist genauso vielschichtig. Die traditionelle Kupferplatte steht als Druckstock gleichwertig neben Verkehrsschildern, Teppichresten (Materialdrucke) sowie Plastik- und Holzflächen. Mit den zum Teil ungewöhnlichen Druckplatten bereichert Patrick Fauck das traditionsreiche Verfahren der Drucktechnik um moderne, zeitgenössische Materialien.”

Silvana Wagner (M.A., Leipzig, 2012)


„Seismografisch genau zeichnet Patrick Fauck in seinen Grafiken den Zustand des Menschen im 21. Jh. mit all seinen Angst- und Sehnsuchtsgefühlen nach. Die Grafiken erzählen von Alltagssituationen, manchmal mit Melancholie, viel feiner Ironie und allzu oft kommen sie mit schwarzem Humor daher. Es sind keine realistischen Handlungen, sondern Sprachbilder, bei denen abstrakte Begriffe oder Gedankengänge versinnbildlicht werden und sich zu überraschenden Szenen wandeln. Dabei nähern sie sich auf spielerische Weise den Überforderungen, denen wir alle tagtäglich ausgesetzt sind. Die grafischen Techniken des Lichtdrucks, der Lithografie, des Holzschnitts und der Kaltnadel verleihen den Arbeiten Form und Ausdruck.“

Barbara Großhaus (M. A., Hohen Neuendorf, bei Berlin, 2012)


„Patrick Faucks Arbeiten sind inhaltlich sehr heterogen, es gibt keine Zyklen oder Reihen – auch wenn manche Werke Ähnlichkeiten in der von ihm gewählten Thematik, oder Formalität anmuten lassen.
Seine Motivgeneration erläutert er als Gedankensplitter, die sich im Kopf formen, sich manchmal auch unterbewusst mischen, sich weiters zu einer konkreten Idee manifestieren, die er schließlich mit viel Fingerspitzengefühl und höchster Präzision umsetzt.
Das Thema der Idee an sich, die sog. Kopfgeburt, zieht sich durch sein gesamtes Schaffen, nicht zuletzt setzt sich Patrick Fauck mit der Ideenfindung bzw. der Inspiration, Intuition oder Kreativität theoretisch auseinander (...).
Faucks Werke kann man eindeutig als eine intellektuelle Herausforderung bezeichnen, findet man in den Arbeiten eine große Bandbreite an Esprit und Wortwitz, Humor bis Ironie und vor allem eine wirkmächtige Simplizität, die auf vielschichtigen, korrelierenden Reflektionen beruht.
Fauck befasst sich ausschließlich mit der Druckgrafik und ihren unzähligen Facetten,
sein technisches Können umfasst sowohl alle Hoch- wie auch Tiefdrucktechniken – besonders hervorzuheben sind die Lichtdruckgrafiken, die lediglich in Leipzig und Kyoto fachmännisch hergestellt werden können. Diese spezielle Art des Flachdruckes ist selbst unter auf Druck spezialisierten Künstlern und Lehrkörpern sehr unbekannt und wird nur von wenigen beherrscht. (...)

Seine Liebe zur Handwerklichkeit zeigt sich nicht nur in seinem umfassenden Fachwissen über Druckverfahren und den dazugehörigen Druckmaschinen, auch die von ihm hergestellten Druckplatten zeichnen sich durch großes Können und persönlicher Hingabe aus. Erwähnenswert sind hierbei auch seine zahlreichen Kombinationsdrucke, beispielsweise Holzschnitt/Radierung.
Die besondere Diffizilität der Druckgrafik ist zum einen das verkehrte Seitenverhältnis, zum anderen ist dem Künstler das Ergebnis bis zuletzt nur stark begrenzt über viele vorangehende Schritte und Andrucke/Zustandsdrucke ersichtlich, ganz im Gegensatz zur Malerei, bei der jeder getätigte Strich sofort das Geschaffene widerspiegelt.

Die beeindruckende Magie von Faucks Werken entsteht oftmals durch mitunter schwierige bis schwerfällige Themen, die er mit einer humorvollen Leichtigkeit wiedergibt, sodass dem Betrachter unweigerlich ein Lächeln entlockt wird.
Der Wiedererkennungswert von Patrick Faucks Werken liegt nicht einer gleichbleibenden Formalität bzw. Formensprache zu Grunde, sondern entfaltet sich durch die Wahrnehmung der von ihm bildnerisch dargestellten geistigen Anregung.“

Claudia Braun (Kuratorin, Wien, 2010)